Baunscheid-Therapie
Was ist Baunscheidtieren?
Das Baunscheidtieren ist ein ausleitendes Reizverfahren, das zur Hautentgiftung und Immunstimulation eingesetzt wird. Dabei wird das entsprechende Hautareal durch feine, spitze Nadeln unblutig angeritzt und dann mit einem speziellen Baunscheidt-Öl (mit reizenden ätherischen Substanzen, z.B. Wacholderöl, Senföl oder Kampfer) benetzt. Für das Anritzen wird oft ein Pflaumenblütenhämmerchen oder ein sog. Lebenswecker verwendet.
Was bewirkt das Baunscheidtieren?
- Förderung der Durchblutung im behandelten Areal mit Wärmeempfinden
- Anregung des Lymphflusses und der Hautausscheidung
- Tonusregulierung bzw. Muskelentspannung im behandelten Areal
- Schmerzdämpfung
- Stimulation des Immunsystems
- reflektorischen Wirkung auf innere Organe über Hautzonen (ähnlich wie beim Schröpfen)
- Entlastung tiefer liegender Gewebe durch Ableitung „krankhafter Stoffe“ nach außen
Wie ist die Methode des Baunscheidtierens entstanden?
Es war der verstorbene Mechaniker und Erfinder der Brust-Milchpumpe, Karl Baunscheidt (1809 – 1873), der diese Behandlungsmethode durch einen Zufall in Endenich bei Bonn am Rhein entdeckte. Er litt damals unter rheumatischen Beschwerden an seiner Hand. Eines Abends saß er im Sommer 1948 mit geöffnetem Fenster in seinem Gartenhäuschen, als ihn vermehrt Mücken auf seine auf dem Tisch ausgebreiteten Hand stachen. Dabei bemerkte er einen plötzlichen Rückgang der Schmerzen an seiner rheumatischen Hand, was ihm die Erkenntnis brachte, dass die Mücken mit ihren Stichen und ihrem Sekret unblutige Hautöffnungen auf der Hand erzeugten wodurch u.a. krankmachende Substanzen im Körper über längere Zeit ausgeleitet werden konnten. Daraufhin versuchte er diese Wirkweise nachzuahmen, indem er als unblutige Einstichhilfe einen sog. Lebenswecker und als Alternative für das Mückensekret ein Baunscheidtöl entwickelte, mit dem er dann mit großem Erfolg behandelte.
Anwendungsbereiche (Auswahl):
- rheumatische Beschwerden
- Gelenkschmerzen (z.B. Arthrose, Arthritis)
- Muskelverspannungen
- Karpaltunnelsyndrom
- Neuralgien (z.B. Ischias, Trigeminus)
- Lähmungen (partielle)
- chronische Hauterkrankungen
- Asthma bronchiale
- chronische Infekte
- Menstruationsbeschwerden
- Schlafstörungen und Erschöpfung
- Tinnitus
- Narbenentstörung