Chelattherapie (u.a. zur Schwermetallentgiftung und Entkalkung)
Was ist eine Chelattherapie?
Bei der Chelattherapie handelt es sich um ein Entgiftungsverfahren, bei dem Schwermetalle, Kalkablagerungen sowie andere schädliche Stoffe im Körper über sog. Chelatoren bzw. Chelate (eine Art chemischer Greifarm bzw. starker Magnet) gebunden und sodann zusammen mit dem Chelator meist über die Nieren, d.h. mit dem Urin, ausgeschieden werden.
Es gibt zahlreiche Chelatoren, die je nach Art der Intoxikation, zur Entgiftung verwendet werden können. Am bekanntesten sind u.a. EDTA, DMSA und DMPS.
Die Zuführung der Chelate erfolgt dabei i.d.R. über Infusionen. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit einer oralen (Kapseln) oder rektalen (Zäpfchen) Verabreichung, die sich v.a. bei Kindern und Personen mit schlechten Venen empfiehlt. Begleitet wird die Therapie durch eine vorherige Stärkung der Ausscheidungsorgane sowie einer gezielten Substitution von Mineralstoffen und anderen unterstützenden Substanzen.
Warum ist eine Chelattherapie sinnvoll?
In der heutigen Zeit sind wir mit einer Vielzahl von Giften konfrontiert, die sich in unserem Körper nach und nach ansammeln und somit unser Körpersystem nachhaltig stören und zu entsprechenden Krankheiten führen. Diese Gifte kommen u.a.
- aus der Umwelt (u.a. Feinstaub, belastetes Abwasser)
- der Nahrung (u.a. Glyphosat, Mikroplastik, belasteter Fisch)
- dem Trinkwasser (z.B. Pestizide, Arzneimittelrückstände, Metalle, Mikroplastik),
- berufsbedingt (z.B. Lackierer, Friseure, Landwirte, metallverarbeitende Berufe)
- aus Kosmetik,
- von Medikamenten/Impfungen (u.a. Quecksilber, Aluminium),
- über MRT-Kontrastmittel,
- dem Rauchen (u.a. Blei, Quecksilber, Cadmium),
- von Zahnfüllungen (z.B. Amalgam),
- von Essensverpackungen (z.B. Aluminium),
- von metallischen Implantaten oder werden
- von belasteten Müttern (z.B. über Amalgamfüllungen) in der Schwangerschaft und durch das Stillen an das Kind weitergegeben.
Ein entscheidender Faktor bei der Krankheitsentstehung ist dabei die Vergiftung mit Metallen. Dazu zählen insbesondere
- Aluminium (Deos, Impfstoffe, Verpackungsmaterial),
- Arsen (Reis, Schädlingsmittel, Fungizide),
- Blei (Rauchen, Benzin, Abfallverbrennung, Schweißen)
- Calcium (à Arteriosklerose!),
- Eisen (Hämochromatose),
- Gadolinium (MRT-Kontrastmittel),
- Nickel (Geld, Türklinken, Kakao, Schokolade) und
- Quecksilber (Amalgam, Fisch, Leuchtstoffröhren).
Auch wenn Metalle von sich aus nicht zwingend giftig für den Körper sind und u.a. für wichtige Enzymfunktionen benötigt werden, so kommt es doch auf ein stabiles Gleichgewicht der Metallkonzentrationen untereinander an. Ein Zuviel an bestimmten evtl. auch toxischen Metallen verdrängt wiederum andere Metalle und kann somit zu zunehmenden Störungen im Nerven-, Hormon-, Organ- und Gefäßsystem des Körpers führen.
Diese Störungen beruhen zum einen auf einem Mangel an verdrängten lebenswichtigen Mineralstoffen (Metalle) sowie der vermehrten Erzeugung von freien Radikalen durch die toxischen Metalle, die wiederum die Zellmembranen und die Zellorganellen bis hin zur DNA schädigen und entsprechende Krankheiten hervorrufen.
Freie Radikale sind aggressive Moleküle, die Zellen angreifen – sie entstehen bei Stress, Umweltbelastung oder im normalen Stoffwechsel. Antioxidantien helfen, sie unschädlich zu machen.
Reicht es nicht, sich gesund zu ernähren und entsprechende Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen?
Die Einnahme von Antioxidantien über die Nahrung oder durch Nahrungsergänzungsmittel kann hier nur bedingt helfen, da diese nur solange die freien Radikale im Körper reduzieren, wie diese eingenommen werden. An der Ursache der Bildung der freien Radikale, wie u.a. durch toxische Metalle, ändern diese jedoch i.d.R. nichts.
Hinzu kommt, dass das eigene Entgiftungssystem von manchen Personen nicht ausreichend funktioniert, da die entsprechenden Enzyme zur Entgiftung, u.a. Glutathion-S-Transferasen, erbbedingt entweder unzureichend vorhanden sind oder sogar komplett fehlen.
Was kann die Chelattherapie bewirken?
Nach Dr. rer. nat. Joachim Exner kann die Chelattherapie (EDTA) u.a. die Produktion der freien Radikale im Körper millionenfach reduzieren. Hinzu kommt, dass wenn der Durchmesser der Blut-Gefäße durch eine gezielte Entkalkung mit Magnesium-EDTA um nur 19% vergrößert wird, sich der Blutfluss durch diese Gefäße nach dem Hagen-Poiseuille-Gesetz verdoppelt.
Die Chelattherapie ist somit eine einfache, nebenwirkungsarme Möglichkeit, die im Körper aufgenommenen Gifte, v.a. Metalle, zu reduzieren und die Arterien zu entkalken. Damit kann sie entscheidend zur Gesundheit beitragen, da sie nicht nur die Symptome bekämpft, sondern auch an die Ursachen geht.
Wie ist die Chelattherapie entstanden?
Es war der Chemiker und Nobelpreisträger, Alfred Werner (1866 – 1919), der 1893 den ersten metallbindenden Komplex entdeckte. 1920 führten die Chemiker Morgan und Drew (London) den Begriff „Chelation“ (Chelattherapie) ein, abgeleitet von dem griechischen Wort „Chele“, das Krebsschere/Zange bedeutet, da ein Chelator ein Metall, wie mit einer Zange greift und festhält.
Der Chemiker Franz Munz entwickelt 1935 in Deutschland EDTA (Trilon-B). Es diente damals als Ersatz für Zitronensäure, zur Wasserenthärtung, indem es das Calcium band. Die medizinische Anwendung der Chelattherapie begann in den 1940er-Jahren. Auf der Suche nach einem Gegenmittel für arsenhaltiges Giftgas während des zweiten Weltkriegs, wurde im Jahr 1940 Dimercaprol (später unter dem Namen BAL = British Anti-Lewisite bekannt) von R. A. Peters, C. E. Stocken und H. M. Thompson entwickelt, das dann bereits 1941 zur Behandlung von Schwermetallbelastungen (v.a. bei Arsen und Quecksilber) eingesetzt wurde und 1945 als erstes Medikament gegen Schwermetallvergiftungen in Großbritannien zugelassen wurde.
In den 1950er-Jahren wurden die Arbeiter einer Akkumulator-Fabrik in Detroit nach einem Betriebsunfall mit Bleivergiftung erfolgreich mit dem Chelator EDTA behandelt. Dabei stellte man fest, dass bei den älteren Patienten, die aufgrund von arteriosklerotischen Verkalkungen auch an Herz- und Beinschmerzen litten, diese auch nach der Behandlung verschwunden waren.
Diese Entdeckung griff der Kardiologe Sr. Norman E. Clarke 1956 auf und führte auf dieser Basis zahlreiche positive Studien zur Behandlung von Gefäß- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit EDTA durch, die er veröffentlichte. Hiermit verbreitete sich der Einsatz von EDTA bei Arteriosklerose rasant, weshalb er auch als Vater der Chelat-Therapie bezeichnet wird.
Bis in die frühen 1960er Jahre hinein wurden der Wirkmechanismus, die therapeutischen Möglichkeiten und eventuelle Gefahren (v.a. bei Überdosierung von 10 g) der EDTA-Chelattherapie durch zahlreiche Studien intensiv erforscht.
Mit dem Anlaufen der Bypass-Operationen Mitte der 1960er Jahre wurde die EDTA-Therapie als Alternative auf politischen und ökonomischen Druck von der Food and Drug Administration (FDA) in den USA sowie den Mainstream Medien verbannt. So durfte EDTA laut Beipackzettel plötzlich nicht mehr bei degenerativen Gefäßerkrankungen eingesetzt werden. Des Weiteren wurde der Einsatz von EDTA in Krankenhäusern verboten und Chelat-Ärzte erlitten Repressalien sodass die EDTA-Therapie nur noch im Verborgenem eingesetzt wurde.
Erst ab Mitte der 1970er Jahre nahm die EDTA-Chelattherapie langsam wieder Fahrt auf, als 1973 die American Academy of Medical Preventics (AAMP) zur Verbreitung und Therapeutenschulung dieser Methode gegründet wurde. Aus dieser Vereinigung gingen dann 1981 The American Board of Clinical Metal Toxicology (ABCMT) und 1995 The International Board of Clinical Metal Toxicology (IBCMT) hervor.
Diese Aufgaben werden in Deutschland von der 1983 gegründeten Deutschen Ärztegesellschaft für Chelattherapie sowie die von Karin Löprich Ende 2000 gegründete Deutsche Akademie für Chelattherapie (DACT) erfüllt.
Gibt es Studien und Erfahrungsberichte bzgl. der Wirksamkeit der (EDTA-)Chelattherapie?
Es gibt zahlreiche Studien sowie Behandlungserfolge über die Wirksamkeit der EDTA-Chelattherapie, die auch in meiner Praxis angewendet wird. Im Folgenden werden ein paar aufgezählt:
- 1988, Efrain Olszewer und James P. Carter: Analyse von 2.870 Patienten mit Arteriosklerose oder anderen degenerativen Alterserkrankungen, die über 28 Monate mit Magnesium-EDTA behandelt wurden à Bei 76,9% zeigte sich eine deutliche Verbesserung der Koronaren Herzkrankheit, bei weiteren 17% immer noch eine gute Verbesserung. In Bezug auf pAVK und Claudicatio intermittens zeigten sogar 91% eine deutliche und 8% noch eine gute Verbesserung.
- 1990, Rudolph, McDonaph, Barber: Bei 30 Patienten mit arteriellen Stenosen kam es gemäß der Dopplermessungen nach 30 EDTA-Behandlungen zu einer Plaque-Verringerung von 21%.
- 1993, Hancke und Flytlie aus Dänemark: Es wurden Patienten mit Chelattherapie behandelt, die auf der Warteliste für Bypass-Operationen und Amputationen standen. à Bei 58 von 65 Patienten konnte danach die Bypass-Operation unterbleiben und bei 24 von 27 Patienten mussten keine Amputationen mehr durchgeführt werden.
Natürlich ist die Chelattherapie für sich alleine gesehen kein Allheilmittel. Für einen langfristigen Erfolg sollte sie deswegen auf alle Fälle durch andere Maßnahmen, wie einer gesunden Lebensführung, ergänzt werden.
Anwendungsbereiche (Auswahl):
Die Symptome einer Metallvergiftung können – abhängig vom verantwortlichen Metall – stark variieren, da sich die jeweiligen Metalle bevorzugt an unterschiedlichen Geweben und Organen im Körper anreichern. Gute Erfahrungen mit einer Metallausleitung hat man u.a. bei folgenden Krankheitsbildern gemacht:
- AD(H)S
- Allergien
- Alternative zur Bypassoperation und Amputation
- Amalgamausleitung nach Zahnsanierung
- Anti-Aging
- Arteriosklerose
- Arthrose, Arthritis
- Autismus
- Autoimmunerkrankungen (u.a. MS, Parkinson)
- beginnende Demenz und Morbus Alzheimer
- Burnout / chron. Müdigkeitssymptom / Long-COVID
- degenerative Augenerkrankungen
- Diabetes (Quecksilber schädigt u.a. die Insulin produzierenden Zellen)
- Depressionen
- Drüsenerkrankungen (z.B. Schilddrüsenerkrankungen, Pankreasinsuffizienz)
- Fibromyalgie
- Hautkrankheiten, wie z.B. Neurodermitis
- Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit)
- Immunschwäche/Infektanfälligkeit
- Koronare, zerebrale und periphere Gefäßerkrankungen
- Krebsprävention (u.a. Brustkrebs)
- Lernschwierigkeiten
- Migräne
- neurologische Erkrankungen aller Art
- Potenzstörungen
- Sklerodermie
- unerfüllter Kinderwunsch (Infertilität)
- Wachstumsstörungen