Schröpfen

Was ist Schröpfen?

Beim Schröpfen wird mithilfe eines auf den Körper aufgesetzten Schröpfglases ein Unterdruck erzeugt, wodurch ein Sog auf die Haut und das darunterliegende Gewebe entsteht.

Was bewirkt das Schröpfen?

Der erzeugte Unterdruck führt unter anderem zu einer verstärkten Durchblutung und damit zu einer verbesserten Sauerstoffversorgung des behandelten Bereichs. Gleichzeitig wird der Lymphfluss angeregt. Darüber hinaus wird der Stoffwechsel in diesem Bereich aktiviert, was zu einer besseren Nährstoffversorgung und einem verstärkten Abtransport von Stoffwechselendprodukten führt. Auch Verspannungen und Schmerzen können durch diese Effekte gelöst oder gelindert werden. Des Weiteren können durch das Aufsetzen der Schröpfgläser auf die Head’schen Zonen oder die Schröpfzonen nach Abele innere Organe über sogenannte kutiviszerale Reflexbögen (Nervenverbindungen zwischen Haut und Organen) gezielt angeregt und positiv beeinflusst werden.

Welche Arten von Schröpfen gibt es und wozu werden diese überwiegend verwendet?

Es gibt verschiedene Techniken des Schröpfens, die jeweils unterschiedliche Wirkungen erzielen:

 

  1. Trockenes Schröpfen: Hierbei wird das Schröpfglas auf die Haut aufgesetzt, ohne dass es zu einer Verletzung der Haut kommt. Diese Methode dient vor allem der Anregung von Durchblutung und Stoffwechsel.
  1. Blutiges Schröpfen: Vor dem Aufsetzen der Schröpfköpfe wird die Haut leicht angeritzt, sodass eine geringe Menge Blut austreten kann. Diese Methode wird insbesondere zur Ausleitung von „Schlackenstoffen“ und zur Entzündungshemmung eingesetzt.
  1. Schröpfmassage: Bei dieser Technik werden die Schröpfgläser auf eingeölter Haut bewegt. Das ermöglicht eine besonders intensive Massagewirkung, die Verspannungen lösen und die Durchblutung fördern kann.

Mit Hilfe der pulsierenden Schröpftherapie mit dem HeVaTech-Gerät, die ich in meiner Praxis anbiete, kann zudem noch gezielter sowie in tiefere Gewebeschichten therapiert werden.

Wie ist das Verfahren des Schröpfens entstanden?

Nach dem Arzt Bernhard Aschner (1883 – 1960), der als einer der Wiederentdecker der Schröpfkunst in der heutigen Zeit gilt, hat sich das Schröpfen aus der früheren Instinktbehandlung des Heraussaugens von krankmachenden Dingen, wie z.B. Giften, aus evtl. künstlich angelegten Körperöffnungen bzw. Hautstellen entwickelt. Überlieferungen belegen, dass bereits vor über 5.000 Jahren die ersten Schröpfbehandlungen stattgefunden haben, und zwar in Mesopotamien, Griechenland und China. Erste Aufzeichnungen gab es bereits 3.300 v. Chr. in Verbindung mit einem mesopotamischen Arztsiegel des Arztes Urlagaledino, auf dem ein Schröpfkopf abgebildet war, was ein Hinweis dafür ist, wie bedeutend dieses Verfahrens zu jener Zeit war.

 

Zu dieser Zeit war die Lehre, auf der das Schröpfen aufbaute, die sogenannte Humoralpathologie. Eine Krankheitslehre, die besagt, dass das Gleichgewicht der vier Körpersäfte (Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle) für die Gesundheit entscheidend ist. Dies sollte u.a. mit Schröpfen erreicht werden. Hippokrates von Kos (460 – 370 v. Chr.) gab in diesem Zusammenhang genaue Anweisungen zum Gebrauch der Schröpfmethode. Auch Paracelsus (1493 – 1541) beschäftigte sich intensiv mit der Methode und veröffentlichte folgende Lehre: „Wo die Natur einen Schmerz erzeugt, da hat sie schädliche Stoffe angehäuft und will sie ausleeren. Ist die Natur nicht imstande, diesen Vorsatz selbst auszuführen, muss der Arzt eine künstliche Öffnung direkt an der kranken Stelle machen und so Schmerz und Krankheit rasch heilen.“

 

Vor allem der Arzt Bernhard Aschner, als auch Dr. med. Johann Abele waren es, die das Schröpfen als ganzheitliche Behandlungsmethode tiefer erforschten und im 20./21. Jahrhundert wieder bekannt machten. Dr. Abele veröffentlichte hierzu u.a. die „Schröpfzonen nach Abele“ ein Orientierungssystem für gezielte Schröpforte am Rücken des Menschen für die positive Beeinflussung von Organfunktionen.

Anwendungsbereiche (Auswahl):

  • Muskelverspannungen und -verhärtungen, wie z.B. Rückenschmerzen
  • Ischias
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Neuralgien
  • allgemeine Durchblutungsstörungen
  • Leber- und Gallenerkrankungen
  • Erkältungen und Bronchitis
  • Bluthochdruck
  • klimakterische Beschwerden
  • Kniegelenksarthrose
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Verdauungsbeschwerden
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